Bärbel von der Jungfernheide

Bärbel von der JungfernheideDiese Dackeldame heißt in der Tat „Bärbel von der Jungfernheide“. Laien mögen denken, dass so ein Name bei dem Betrachten dieses Fotos einfach so vom Himmel fällt. Es sitzt zwar mitten in der Heide ein jungfräuliches Dackelmädchen (und bis heute ist uns ein Korb voller Dackelbabies erspart geblieben). Doch der Name stand bereits fest, bevor dieses Foto entstand. Er stand sogar fest, bevor wir Bärbel das erste mal bei Gevatter Henke gesehen haben.

Ok, Ok. Damit die ohnehin schon genug gestraften Dummen nicht auch noch dumm sterben müssen – hier die Erklärung zur züchterüblichen Namenskonvention. Wenn einer eine Dackeldame hat und diese ordnungsgemäß registriert und mit eigenem Ausweis ausgestattet ist, dackelt man zum Züchterverein. Dort gucken schlaue oder alte Herrschaften beim Dackel vorne und hinten rein. Wenn sie dabei nichts finden und die Dackeldame gut gebaut ist, wird sie zur Zucht zugelassen.

Nun steht einem Herrenbesuch nichts mehr im Weg. Bis zum Termin mit einem stattlichen Dackelherrn kann es bis zu 6 Monaten dauern. Zum einen weil begehrte Herren einen vollen Terminplan haben oder zwischendurch auch mal Urlaub benötigen. Zum anderen haben Dackeldamen nur zwei mal im Jahr Bock aufs Bespringen.

Der Ort, wo aus dem Spass der Dackeldame der Ernst des Dackelzüchters wird, ist der Ort, wo ein halbes Dutzend Dackelbabies das Licht der Welt erblicken. Es ist der Ort, wo ein Dackelzüchter gezwungen wird, zeitweise Dackelmama oder -papa zu sein. Hier wird der Dackelzüchter gezwungen, Raum und Zeit zu großen Teilen an kleine Hunde abzutreten. Darum wird dieser Ort „Zwinger“ genannt.

Diese großartige Leistung und Opferbereitschaft wird mit einem wohlklingenden Zwinger-Namen belohnt. Die Dackelgemeinschaft (Vereine, Communities, Richter, Züchter, Angehörige, usw.) kennt nun alle Bewohner von Bärbels Zwinger unter dem Namenszusatz „von der Jungfernheide“. Das schliesst auch den zeitweiligen Dackelpapa mit ein.

Damit ist nun klar, woher Bärbels Nachname kommt. Aber auch der Vorname wird von einem Regelwerk bestimmt. Der erste Korb voll Wonneproppen erhält Vornamen, die mit einem A beginnen. Der zweite Korb beginnt mit B und so gehts weiter. Vornamen entstehen also viel einfacher als Nachnamen. Das ist sehr praktisch, denn man braucht viel häufiger neue Vornamen als Nachnamen.

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